Château-Chantilly

Über den Pflastersteinweg, der aus einen anderen Jahrhundert zu sein scheint, durch die Port Denis am Eingang der 10.000 Einwohner Stadt Chantilly (im Departement Oise 50 km nördlich von Paris), bis hin zu einem der schönsten Wasserschlösser Frankreichs. Gemeinsam mit dem Musée Condé und der Pferderennbahn macht es die Anlage zu einem der sehenswertesten Schlossanlagen Frankreichs. 

Das 1560 erbaute Schloss wurde während der Französischen Revolution bis auf die Grundmauern zerstört. Doch dies sieht man nicht, denn später hat der Herzog von Aumale, der Sohn des Bürgerkönigs Louis-Philipe, das Schloss wieder aufgebaut. Während des ersten Weltkriegs war das Schloss Chantilly der Hauptsitz der französischen-Streitkräfte, dennoch wirkt es auf uns nicht bedrohlich, sondern lädt eher zur Erkundung ein. Als Nixon 1969 auf einen Staatsbesuch in Frankreich war, bedauerte er, dass er nach Versailles gebracht worden war und nicht nach Chantilly. Ich kann dem nur zustimmen, obwohl Versailles auch seinen ganz eigenen Charme hat, überragt dieses Schloss mit seiner Einfachheit und seiner Patinage den Palast des Sonnenkönigs. Gegen Ende des Weltkriegs fanden hier auch Konferenzen der Alliierten statt. Man versteht auch warum, denn die zahlreichen Möglichkeiten hier sind einfach unglaublich. 

Nachdem wir den holprigen und sehr schmalen Weg hin zu unserer Parkposition gefunden hatten, machten wir uns gemeinsam mit Herrn Dr. Richarz, Frau Happ, Frau Queitsch, Frau Talarn-Ramos, Frau Beck und Frau Nölke auf zum Plateau vor dem Tor des historischen Schlosses. Als wir auch unseren Fußabdruck in der Geschichte von Chantilly hinterlassen hatten, gingen wir in Kleingruppen durchs Schloss und das Musée Condé und besichtigten dessen unbezahlbare Kunstwerke, die heute dem Institut de France gehören. Als wir das Bild von Ludwig XIV erblickten, erstarrten wir augenblicklich. In diesem Moment fühlte es sich so an, als ob der Sonnenkönig von den Toten auferstanden wäre. 

Obwohl manche Schüler nun zum zweiten Mal hier waren, gab es immer noch genug zu sehen. Gegen 14:30 Uhr machten wir uns alle auf zu den Reitställen und hofften dort das Training für den Prix du Jockey Club und Prix du Dane sehen zu können, doch leider fand heute kein Training statt. Etwas enttäuscht verließen wir die Manege. Wir hatten uns doch so sehr auf die Vorstellung gefreut, doch wie immer schaffte es Herr Richarz uns aufzumuntern. Gegen halb sechs traten wir mit Bedauern unseren Heimweg nach Reims an. Wir hätten noch länger bleiben können und hätten doch immer noch nicht alles gesehen. 

geschrieben von Marc Nickholz, 10a